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| Pressemitteilung von Greenpeace Österreich vom 26. Februar 1999:Zusammenhang von Klimawandel und Lawinenkatastrophen Der Ausbau des Wintertourismus in höheren Regionen bringt Menschen näher zu hochalpinen Gefahrenquellen Galtür/Wien - Greenpeace warnt vor einer zunehmenden Gefährdung der Bevölkerung des Alpenraums und von Wintertouristen durch die Auswirkungen des Klimawandels im Alpenraum. Obwohl ein direkter Zusammenhang zwischen der bereits beobachteten Klimaänderung und der Häufigkeit und Zerstörungskraft von Lawinen nicht nachgewiesen werden kann, entspricht die Zunahme von Extremereignissen den Prognosen zum weltweiten Klimawandel. "Natürlich eignen sich Jahrhundertereignisse wie die beobachteten Lawinenabgänge nicht so gut wie z.B. der Gletscherrückgang, um von einer Klimaveränderung im Alpenraum sprechen zu können", präzisiert Erwin Mayer, Klimaexperte von Greenpeace Österreich. "Die Gefahr liegt in der Tatsache, dass speziell die höher gelegenen Tourismusgemeinden in den letzten Jahrzehnten die weitaus stärksten Zuwachsraten bei den Nächtigungen aufweisen", betont Mayer. Speziell die Gemeinden im Westen von Tirol - somit auch das Paznauntal in dem Galtür liegt - gehören neben Salzburg zu den stärksten Gewinnern im Wintertourismus. Greenpeace hat die Auswirkungen des Klimawandels auf die Alpenregion, im speziellen auf den Wintertourismus, im Rahmen einer Studie "Die Alpen im Treibhaus" untersucht. Danach ist die "Flucht" des Wintertourismus in höhere Regionen hauptsächlich auf den bereits beobachtbaren Klimawandel zurückzuführen. Die Erwärmung der Alpen (1 Grad C im letzten Jahrhundert) ist deutlich höher als im globalen Durchschnitt (0.6 Grad C) und im Winter stärker als im Sommer. Neben den Auswirkungen höherer Temperaturen auf die (Fichten)-Wälder und den Gletscherschwund hat sich vor allem gezeigt, dass der Tourismus in den niedrigeren Regionen, das heisst unter 1500 m Höhe, zu den mittel- und langfristigen Verlierern gehören wird. In höheren Regionen, also über 1500 Metern, befindet man sich aber bereits in der Nähe der Baumgrenze, die den natürlichen Schutz vor Lawinen in den tieferen Regionen limitiert. Auch die Exponiertheit gegenüber dem Wind, der Lawinenabgänge begünstigen kann, nimmt mit der Höhe zu. "Galtür, das in einer Höhe von knapp 1600 Metern liegt, ist ein typisches Beispiel für diese Entwicklung. Allgemein lässt sich sagen, dass es aufgrund der touristischen Entwicklung leider in Zukunft immer wahrscheinlicher wird, dass der Alpenraum von Lawinenkatastrophen betroffen sein wird," fürchtet Greenpeace-Experte Mayer. Greenpeace fordert daher kurzfristige Sofortmassnahmen zum Schutz der Wintertouristen und der Bevölkerung des Alpenraums. Ein unbedingter Ausbaustop für Tourismusinfrastruktur in gefährlichen Risikozonen muss Vorrang vor kurzfristigen Profitinteressen haben. "Die Hoffnung aber, die Lawinengefahr mit Lawinenschutzverbauungen zu bannen, ist angesichts der Kosten von ca. 100 000 Schilling pro Meter Lawinenverbauung vollkommen unrealistisch" so Mayer weiter. Österreich muss, als einer der vom Klimawandel hauptbetroffenen Staaten, endlich eine Vorreiterrolle bei der Reduktion der Treibhausgase spielen, um dem Klimawandel in den Alpen Einhalt zu gebieten. Greenpeace drückt allen Opfern der Lawinenkatastrophe von Galtür seine Anteilnahme aus. Greenpeace hatte im November 1998 mit einer sechstägigen Aktion am Gipfel des Piz Buin auf die Gefahren des Klimawandels in den Alpen aufmerksam gemacht. Das Basislager befand sich in Galtür. "Wir wurden bei unserer Aktion von den Einwohnern von Galtür tatkräftig unterstützt. Wir sind tief erschüttert", sagt Mayer abschliessend. |
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