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12.01.04 -- Manner Bensin – Méi Klimaschutz!

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Foto: Christophe Olinger

Pressemitteilung vom 12. Januar 2004:

Manner Bensin – Méi Klimaschutz !

Anlässlich der Vorstellung des diesjährigen Autofestivals fordert Greenpeace die zuständigen Akteure auf, Massnahmen zu ergreifen um den Treibstoffverbrauch der Luxemburger Fahrzeugflotte zu senken. Während in den Räumlichkeiten der Handwerkerkammer die Details des Autofestivals 2004 vorgestellt wurden, zerlegten Greenpeace-Aktivisten vor dem Eingang symbolisch eine Zapfsäule in zwei Teile um auf eine notwendige Reduktion des Spritverbrauchs aufmerksam zu machen.

Durch ein starkes Wachstum der Luxemburger Fahrzeugflotte in den letzten Jahren sind die durch diesen Sektor verursachten CO2-Emissionen dementsprechend stark angestiegen - eine der Ursachen, warum das Luxemburger Kyoto-Ziel in weite Ferne gerückt ist. Fast die Hälfte des gesamten CO2-Ausstosses in Luxemburg wird durch den Treibstoffverkauf und -verbrauch verursacht. Neben dem “Treibstoffexport” wächst jedoch auch der inländische Treibstoffverbrauch stetig an. Der Fahrzeugpark wuchs in den letzten Jahren schneller als die Bevölkerung.

Die durchschnittliche Fahrzeugerneuerung alle 4-5 Jahre bietet jedoch die Chance, innerhalb eines Jahrzehntes den Treibstoffverbrauch der Fahrzeugflotte stark zu reduzieren.

Eine zentrale Handlungsmöglichkeit ist die kontinuierliche Reduktion des durchschnittlichen Treibstoffverbrauchs der neu in Verkehr gesetzten Fahrzeuge, d.h. eine Senkung des mittleren Flottenverbrauchs. Die EU hat 1996 in ihrer Strategie zur Absenkung der CO2-Emissionen von Personenwagen einen Zielwert für die durchschnittlichen CO2-Emissionen der neuen Fahrzeuge von 120 g CO2/km beschlossen, der spätestens 2010 zu erreichen ist. Das Ziel soll durch Vereinbarungen mit den Herstellern, fiskalische Massnahmen zur Förderung energieeffizienter Fahrzeuge sowie durch Konsumenteninformationssysteme erreicht werden.

Die bisher von der Automobilindustrie ergiffenen Massnahmen zur CO2-Vermeidung haben sich aber als nicht ausreichend herausgestellt und konnten einen Anstieg der CO2-Emissionen nicht bremsen. Die Verbesserung des spezifischen Kraftstoffverbrauchs bei Karftfahrzeugen durch Fortschritte in der Motorentechnik wurden durch den Trend zu höher motorisierten und schwereren Fahrzeugen, zusätzliche Komfortausstattung, erhöhte Grenzwertanforderungen bei anderen Schadstoffen sowie eine Zunahme der Fahrleistung überkompensiert.

Verschiedene Möglichkeiten um den Treibstoffverbrauch bei der Fahrzeugflotte zu senken bestehen; sie wurden bisher allerdings nicht umgesetzt. Der durchschnittliche europäische Treibstoffverbrauch von neuen Personenwagen liegt bei 8-9 Litern/100 km. Der Automobilmarkt bietet jedoch schon heute eine breite Palette von Fahrzeugen mit einem wesentlich tieferen Treibstoffverbrauch an, ab 4 Liter/100 km. Zusätzlich gibt es Prototypen von Fahrzeugen, die nur 2-3 Liter/100 km verbrauchen.

Da einerseits nicht anzunehmen ist, dass die Konsumenten bei den derzeitigen Benzinpreisen beim Kauf eines Neuwagens auf den Spritverbrauch achten, und andererseits die Autohändler kein grosses Interesse daran haben ihren Kunden zum Kauf eines treibstoffarmen Autos zu raten, fordert Greenpeace die Einführung von Vorschriften zum Flottenverbrauch.

„Auf politischer Ebene wurde in Luxemburg bisher nichts unternommen, um die CO2-Emissionen der Fahrzeugflotte zu reduzieren“, so Roger Spautz von Greenpeace Luxemburg. „Mit finanziellen Lenkungsmassnahmen könnte das Kaufverhalten bei der Neuanschaffung von Fahrzeugen jedoch beeinflusst und somit eine Reduktion der CO2-Emissionen im Verkehrsbereich erreicht werden“.

Eine schweizerische Studie [1] im Auftrag des Bundesamtes für Energie hat gezeigt, dass zur Reduktion des Flottenverbrauchs ein Zertifikatsystem [2] besonders geeignet ist. In dem im November von Greenpeace vorgestellten „CO2-Reduktionsplan für Luxemburg“ wurde ausgerechnet, dass durch eine 10-prozentige Senkung des durchschnittlichen spezifischen Treibstoffverbrauchs innerhalb von 10 Jahren 417.000 Tonnen CO2 [3] eingespart werden könnten. Mit anderen Worten: die CO2-Emissionen des inländischen Verkehrssektors könnten gegenüber dem Jahre 2001 um 36% reduziert werden.

Greenpeace fordert den Umweltminister auf, die Möglichkeiten zur Einführung eines Zertifikatsystems in Luxemburg zu analysieren und ein solches System so schnell wie möglich umzusetzen.

[1] Instrumente zur Absenkung des spezifischen Treibstoffverbrauchs von Personenwagen, INFRAS und METRON, im Auftrag des schweizerischen Bundesamtes für Energie (BFE), Zürich/Brugg, Dezember 2002

[2] Der durchschnittliche Treibstoffverbrauch der in einem Jahr neu in Betrieb gesetzten Fahrzeuge wird vom Gesetzgeber vorgegeben. Fahrzeuge mit einem tieferen spezifischen Treibstoffverbrauch erhalten ein Zertifikat (z.B. 3 Zertifikate à 1 Liter Minderverbrauch). Für Fahrzeuge mit einem spezifisch höheren Treibstoffverbrauch als der vorgegebene Wert müssen solche Zertifikate vorgewiesen werden (z.B. wären bei einem vorgeschriebenen Wert von 8 Litern/100 km und einem Fahrzeug mit einem Verbrauch von 12 Litern 4 Zertifikate à 1 Liter notwendig). Über den Zertifikathandel an einer Börse pendelt sich der Preis der Zertifikate auf dem jeweils “korrekten” Niveau ein. Wenn viele Fahrzeuge den Sollwert unterschreiten, wird der Preis der Zertifikate sinken, bei vielen Fahrzeugen über dem Sollwert wird der Preis der Zertifikate steigen.

[3] Diese Berechnung basiert auf einer durchschnittlichen Nutzungsdauer der Fahrzeuge von 5 Jahren. Laut Umweltministerium beträgt die durchschnittliche Nutzungsdauer in Luxemburg 4,2 Jahre.

bulletDie Greenpeace-Studie „CO2-Reduktionsplan für Luxemburg“ finden Sie hier.


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