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04.12.03 -- K.O. für die Koexistenz?

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Pressecommuniqué vom 4. Dezember 2003:

Gentechnik-Gesetz: K.O. für die Koexistenz ?

Das Parlament hat in seiner heutigen Sitzung mehrheitlich dem umstrittenen Gesetzesvorschlag zur Umsetzung der EU-Freisetzungsdirektive zugestimmt. Greenpeace verurteilt dieses Votum aufs schärfste. Das Gesetz enthält keinerlei Sicherheitsvorkehrungen, um im Falle des kommerziellen Anbaus genmanipulierter Organismen (GMO) den konventionellen Landbau und den Bio-Landbau vor Kontaminationen zu schützen. Dies könnte das Aus für eine gentech-freie Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung in Luxemburg bedeuten.

„Die Abgeordneten haben sich auf ganzer Linie ihrer Verantwortung in einem Dossier entzogen, das von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird,“ kommentiert Martina Holbach, Gentechnik-Campaignerin bei Greenpeace Luxemburg, die heutige Abstimmung des Parlaments. „Luxemburg ist nun der drohenden Freisetzung von GMOs völlig unvorbereitet ausgesetzt. Die Leidtragenden dieser Entscheidung werden die Landwirte und die Verbraucher sein. Ob die Abgeordeten wohl bereit sind, hierfür die Verantwortung zu übernehmen?“

Doch es kam noch schlimmer als erwartet : sämtliche Parteien erklärten zwar in der heutigen Parlamentsdebatte, dass in Punkto Koexistenz dringender Handlungsbedarf besteht und bestätigten damit die Sorgen der Umweltschutzorganisationen und Landwirtschaftsverbände. Aber anstatt der Regierung den Auftrag zu erteilen, die dringend notwendige gesetzliche Grundlage zum Schutz vor Gentech-Kontaminationen zu schaffen, soll diese Problematik nun in der parlamentarischen Landwirtschafts- und/oder Umweltkommission zusammen mit den Verbänden, die sich in den vergangenen Tagen gegen das Gesetz ausgesprochen hatten, diskutiert werden. Damit rückt die Hoffnung, noch vor dem Aufheben des Moratoriums im April 2004 und vor Ende der Legislaturperiode ein Gesetz zu erhalten, das die Koexistenz in der Landwirtschaft gewährleistet, in weite Ferne.

Voraussichtlich wird schon im nächsten Frühjahr das seit 1999 bestehende europaweite Freisetzungsmoratorium für GMOs aufgehoben werden. Damit stünde der EU-weiten Genehmigung von derzeit 75 GMO-Produkten, die vor allem in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelherstellung verwendet werden, kaum noch etwas entgegen.

„Die Abgeordneten haben heute bewiesen, dass sie keinen politischen Mut hatten, die vorschnelle Entscheidung der Ethik-Kommission zu revidieren. Und obwohl den Vertretern aller Parteien in den vergangenen Tagen die Dringlichkeit einer Koexistenzregelung bewusst geworden ist, ist es bei blossen Lippenbekenntnissen geblieben“, kommentiert Holbach. „Wir riskieren jetzt alles zu verlieren, was wir in den vergangenen Jahren erreicht haben – ein gentech-freies Luxemburg. Greenpeace wird sich jedoch nicht mit ein Paar warmen Worten in den Parlamentskommissionen abspeisen lassen. Wir werden jetzt beim zuständigen Landwirtschaftsminister intervenieren, um die gravierende Gesetzeslücke schnellstmöglich zu schliessen.“

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