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| | Die Auswirkungen der
Klimaveränderungen:
Eindeutige Beweise für die Bedrohung unserer
Lebensgrundlagen
Inhalt:
"Es
ist vermessen zu behaupten, daß die Menschheit aufgrund ihrer Intelligenz jederzeit dazu
fähig sein wird, die Schäden, die im Namen des Fortschritts angerichtet wurden, zu
reparieren ... der Angriff auf die Natur ist ein Angriff auf die Menschheit."
(Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac, Earth
Summit II, New York 1997)
Die Menschheit verheizt die Zukunft
Klimamodelle für das nächste Jahrhundert sagen vorher,
daß die globale Temperatur bei anhaltend hohen Emissionen von Treibhausgasen bis zum Jahr
2100 um bis zu 3.5°C ansteigen wird. Dieser Temperaturanstieg bedeutet die größte
Klimaveränderung seit 10.000 Jahren und überschreitet die Fähigkeit vieler Ökosysteme,
sich an diese Klimaveränderungen anzupassen.
Wissenschaftler befürchten folgende Auswirkungen :
 | ansteigende
Meeresspiegel und die Überschwemmung von Küstengebieten. Kleine Inselstaaten, wie z.B.
die Malediven, sind existenziell bedroht. |
 | häufigere und
extremere Wetterereignisse , z.B. langanhaltende Hitzeperioden, Überschwemmungen, Stürme
und Zyklone |
 | Verschiebung der
Klimazonen in Richtung der Pole und Ausbreitung der Wüsten |
 | Gefährdung der
Nahrungsmittel- und Wasserversorgung, hervorgerufen durch außergewöhnlich intensive
Dürreperioden, Hungersnöte in den südlichen Randgebieten der Sahara, in Süd-, Ost- und
Südostasien und in den tropischen Regionen Lateinamerikas. |
 | Bedrohung der
Nahrungsmittelversorgung durch die starke Ausbreitung von Schadinsekten |
 | zunehmendes Risiko
für die menschliche Gesundheit :aufgrund des wärmeren Klimas können sich Krankheiten
besser ausbreiten. |
 | Rückgang und
Ausrottung von Tier- und Pflanzenarten, da diese sich nicht an den schnellen Klimawandel
anpassen können. |
Vom Nordpol bis zum Südpol: die Temperaturen steigen
Klimabeobachtungen in der Arktis
 | Die
Bodentemperaturen in der westlichen Arktis Kanadas, Alaskas und in Ost-Sibirien steigen
etwa zwei- bis dreimal so schnell wie im globalen Durchschnitt : fast 3° Celcius in 30
Jahren. Der Großteil des Arktischen Ozeans hat sich seit 1987 um mehr als 1°C erwärmt,
und mehr als 5% des See-Eises sind in den vergangenen 15 Jahren verschwunden. |
 | Dieser schnelle
Anstieg der Bodenerwärmung gefährdet die Stabilität des Permafrosts, dem ganzjährlich
gefrorenen Boden in der Arktis und Sub-Arktis. Bereits jetzt kann das Auftauen des
Permafrost-Bodens beobachtet werden. Straßen, Pipelines und Gebäudefundamente werden
dadurch zerstört, Wege und Straßen unbefahrbar. Wissenschaftlichen sagen zudem die
Zerstörung großer Waldgebiete voraus. Die Lebensbedingungen vieler arktischer
Lebensgemeinschaften sind bedroht. |
 | Messungen der
arktischen Eiskappe haben ergeben, daß mindestens 15 Prozent des Eisvolumens von einer
Fläche von 300.440 Quadratkilometer verloren gegangen sind. |
 | Der Rückgang des
Eises bedroht das Überleben von Tierarten, deren Existenz vom Eis abhängig ist, wie z.B.
der Eisbär und der Polarfuchs. Vermehrter Schneefall und die Zunahme von Sommerinsekten
bedrohen Karibu- und Rentierpopulationen, die für das Überleben einheimischer Völker
von großer Bedeutung sind. |
 | Berichten zufolge
verenden in Ost-Sibirien tausende Rentiere. Durch das wärmere Wetter fällt anstelle von
Schnee Regen, welcher zu einer dünnen Eisschicht gefriert und den Tieren den Zugang zur
Nahrung versperrt. |
 | Der größte
Gletscher der Welt, der Bering-Gletscher in der Arktis Kanadas, ist im Laufe des letzten
Jahrhunderts um 10 - 12 Kilometer geschrumpft. Dem internationalen Expertengremium der
Vereinten Nationen ( IPCC ) zufolge hat das Gletscherschmelzen zu einem Anstieg des
Meeresspiegels von 2 - 5 cm beigetragen. Innerhalb dieses Jahrhunderts ist der
Meeresspiegel insgesamt um 10 - 25 cm gestiegen. |
Europa: trocken und heiß oder
"Land unter"
 | 1997 war das dritte
aufeinanderfolgende Jahr mit alarmierender Trockenheit, 1996 und 1997 die trockenste
Zweijahresperiode in England und Wales und Januar 1997 der vierttrockendste Monat seit
Beginn der Aufzeichnungen. |
 | Portugal erlebte
1997 den schlimmsten Winter seit 150 Jahren, welcher mehr als 50% der Wintergetreideernte
zerstörte. |
 | Im Juli 1997 wurden
Teile von Ostdeutschland, der Südwesten Polens, der Nordosten von Ungarn, Rumänien,
Tschechien und der nördlichen Slowakei von den schwersten Überschwemmungen dieses
Jahrhunderts heimgesucht. Wiederholte Stürme führten während dieses Monats zu
sintflutartigen Regenfällen. Über eine Million Menschen wurden Opfer der Schäden,
ebenso wie Handel, Landwirtschaft und die wirtschaftliche Infrastruktur. Die
Überschwemmungen forderten über 100 Todesopfer, die direkten und indirekten Schäden
wurden auf über 2 Millionen US-Dollar geschätzt. |
 | Für Tschechien
stellen diese Überschwemmungen die schlimmste Naturkatastrophe in der Geschichte des
Landes dar. Ein Drittel des Landes versank im Juli 1997 in den Fluten. 50 Menschen wurden
getötet und 5.000 Wohnungen sowie 20 Prozent der landesweiten Industrie wurden
beschädigt. |
 | Die Alpengletscher
in Europa schrumpfen. Der Schweizer Gruben-Gletscher hat sich in weniger als einem
Jahrzehnt um 200 Meter zurückgezogen. Nach Ansicht des World Glacier Monitoring Service
ist der weltweite Temperaturanstieg dafür verantwortlich. |
Amerika
 | Nach mehreren
außergewöhnlich ruhigen Jahrzehnten begann 1985 eine Serie von schwersten Hurrikanen :
Andrew, Hugo, Gilbert und Gloria. Das Jahr 1995 gehört seit Aufzeichnungsbeginn vor 121
Jahren zu den aktivsten Hurricane-Jahren. Ein schwerer Blizzard im März 1993, zum
Jahrhundert-Sturm ernannt, legte den Westen Amerikas von Kuba bis Kanada lahm |
 | Mehr als 500
Menschen starben 1995 bei der Hitzewelle in Chicago. Im Jahr darauf wurde Chicago von
Rekord-Schneefällen heimgesucht. |
 | Im Januar 1997
schneite es erstmalig in Tucson, Arizona. |
 | Im gleichen Monat
wurde Kalifornien von Überschwemmungen heimgesucht, 100.000 Menschen wurden obdachlos, es
entstand ein Schaden von 2 Milliarden US-Dollar. Der Bundesstaat Kalifornien wurde zum
nationalen Katastrophengebiet erklärt. Nach heftigen Schneestürmen im Winter und einem
frühen April-Blizzard wurden im April 1997 mehrere Bundesstaaten der USA und Teile von
Kanada von den sogenannten Red River"-Überschwemmungen heimgesucht. |
 | Seit 1988 mußten
Versicherungsgesellschaften in 17 Fällen Schäden mehrere Milliarden Dollar für
Schäden, die durch Schneestürme, plötzliche Überschwemmungen, Hurrikane und Zyklone
verursacht wurden, bezahlen. |
 | Der 1997 durch
Überschwemmungen entstandene Schaden in den USA liegt bereits jetzt über 4 Milliarden
US-Dollar. |
China und Afrika
 | Im Juli 1997 wurde
der Süden Chinas durch schwere Überschwemmungen, der Norden von einer schweren Dürre
heimgesucht. Dadurch wurden Epidemien von Infektionskrankheiten ausgelöst. |
 | Seit Mitte der
sechziger Jahre ist der durchschnittliche Regenfall in der Sahelzone und in großen Teilen
Ost- und Südafrikas stark zurückgegangen. Das vergangene Jahrzehnt war für Südafrika
sowohl das wärmste wie auch das trockenste Jahrzehnt dieses Jahrhunderts. Die
Wachstumperioden der Jahre 1991-92 und 1994-95 gehörten zu den fünf trockensten Jahren
dieses Jahrhunderts. Ernteausfälle und Wasserknappheit waren die Auswirkungen. |
Erwärmung der Meere
Tiefseemessungen im südlichen indischen Ozean und im
Südpazifik belegen, daß eine Erwärmung der Meere stattfindet. Das Antarctic Research
Center berichtet, daß sich der Indische Ozean zwischen 1962 und 1987 um mehr als 0.55°C
erwärmt hat. Der Ozean ist in dieser Zeit aufgrund der wärmebedingten Expansion um mehr
als 2.5 cm angestiegen ist.
Korallensterben
Die Korallenriffe in aller Welt zeigen dramatische
Veränderungen, die von Meereswissenschaftlern auf ansteigende Meerestemperaturen
zurückgeführt werden. Im Februar 1994 konnte das Ausbleichen und Sterben von mehreren
Tausend Quadratkilometern Korallenriff im zentralen und westlichen Pazifik beobachtet
werden. Zur gleichen Zeit wurden ungewöhnlich warme Meerestemperaturen beobachtet. Seit
1979 war dies das sechste Massensterben" von Korallenriffen.
El Niño
Seit Mitte der siebziger Jahre ist eine
Intensivierung des natürlichen El Niño-Phänomens zu beobachten. Wissenschaftler bringen
diese Veränderungen mit den Klimaveränderungen in Zusammenhang.
Weltweit werden momentan die Anzeichen des
möglicherweise stärksten El Niño-Ereignisses beobachtet. Schnell ansteigende
Temperaturen der Meeresoberfläche im März dieses Jahres ließen Wissenschaftler auf ein
bevorstehendes El Niño-Ereignis hinweisen. Seither sind die Temperaturen im zentralen und
östlichen Pazifik stark angestiegen, mit Rekordtemperaturen im August und September. Der
diesjährige El Niño ist bereits jetzt das zweitstärkste El Niño-Ereignis seit
Aufzeichnungsbeginn.
Der diesjährige El Niño hat bereits jetzt
dramatische Auswirkungen : Indonesien erlebt die schlimmste Dürre seit 50 Jahren und die
Reisernten im gesamten asiatisch-pazifischen Raum bleiben aus; große Gebiete Australiens
und Südafrikas leiden ebenfalls unter schweren Dürren; Costa Rica und Bolivien haben den
Ausnahmenzustand aufgrund ausbleibender Ernten erklärt, in Kalifornien erwartet man
schwere Überschwemmungen.
Ausbreitung von Krankheiten
Die Klimaveränderungen können dazu beitragen, daß
Schädlinge und Krankheiten sich unkontrolliert vermehren und verbreiten.
 | Die Gelbfieber und
Dengue-Fieber übertragenden Moskitos waren bislang nur in Regionen unterhalb von 1.000
Metern anzutreffen. Jetzt kann man sie in Indien und Kolumbien in Höhen von über 2.200
Metern finden. |
 | In Pakistan wurde
durch den Anstieg der Durchschnittstemperatur von 0.5°C wurde der Entwicklungszeitraum
eines Malaria-Parasits entscheidend verlängert. Die Häufigkeit von Malariafällen ist
von einigen Hundert Fällen Anfang der 80er Jahre auf mehr als 25.000 in den 90er Jahren
angestiegen. |
 | In Ruanda konnte
beobachtet werden, daß ansteigende Temperaturen und Rekordregenfälle zwischen 1961 und
1990 mit einem Anstieg der Häufigkeit und einer größeren geographischen Ausbreitung von
Malaria verbunden waren. |
Antarktis : das "ewige Eis" des siebten Kontinents
zerfällt
Im Januar 1997 startete Greenpeace mit der MV Arctic
Sunrise zu einer Expedition zur westantarktischen Halbinsel. Im Laufe der letzten 50 Jahre
ist die Durchschnittstemperatur auf der Halbinsel um 2.5°C angestiegen. Dies ist der
weltweit größte regionale Temperaturanstieg. Wissenschaftler sagten bereits seit
längerem vorher, daß sich die Auswirkungen des vom Menschen verursachten Klimawandels
zuerst und am dramatischsten in den Polarregionen bemerkbar machen. Die
Temperaturerhöhung in den Polarregionen kann das 1.5 - 4fache der durchschnittlichen
globalen Temperaturerhöhung betragen. Diese Veränderungen können schwerwiegende
Auswirkungen auf die Meerestemperatur, die Wasserströmungen, die jahreszeitliche
Eisbedeckung des Meeres und die Stabilität des Schelfeises haben. Diese Vorhersagen
werden durch die bereits jetzt zu beobachtenden Veränderungen in dieser Region belegt:
 | In den vergangenen
fünf Jahren sind fünf der nördlichsten Eisschelfe der westantarktischen Halbinsel
zusammengebrochen. |
 | Die Arctic Sunrise
konnte aufgrund des Zusammenbruchs des Larsen A - Eisschelfs in Gebiete vordringen, die
bislang nicht per Schiff zu erreichen waren. Als erstes Schiff hat die Arctic Sunrise die
James Ross-Insel umfahren, eine Insel, die bis vor zwei Jahren durch eine dicke Eiszunge
mit dem arktischen Kontinent verbunden war. |
 | Die
Greenpeace-Expedition fand tiefe Risse im Larsen B-Eisschelf. Wissenschaftler befürchten,
daß dieser Teil als nächster kollabieren wird. Einige der Risse sind mehr als 30
Kilometer lang und breit wie eine sechsspurige Autobahn. |
 | Wissenschaftler des
British Antarctic Survey sagen vorher, daß bei einem anhaltenden Temperaturanstieg andere
nahegelegene Schelfeise bedroht sind. |
 | In den vergangenen
20 Jahren ist die Zahl der Adelie-Pinguine aufgrund der aus dem Gleichgewicht geratenen
Lebensbedingungen auf der westantarktischen Halbinsel erheblich zurückgegangen. |
"Durch unsere Unfähigkeit, die Warnungen der
wissenschaflichen Welt hinsichtlich einer Reduzierung der Verbrennung fossiler
Energieträger zu beachten, führen wir ein globales Experiment an allen Lebewesen der
Erde, die Menschheit inbegriffen, durch. Der Ausgang dieses Experiments kann von niemandem
vollständig vorhergesagt werden.
Mit dem Wissen über die gesundheitlichen
Auswirkungen durch die Zerstörung der Ozonschicht hat die Weltgemeinschaft die Kontrolle
der Freisetzung ozonzerstörender Stoffe beschlossen. Wird sie auch in der gleichen
dringlichen Weise auf die Bedrohung des Lebens durch die vom Menschen verursachten globalen Klimaveränderungen reagieren und ein
strenges Abkommen zur Kontrolle der
Treibhausgase verfassen?"
(Eric Chivian und Paul Epstein, Harvard Medical School)
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